Resilienz – Die innere Widerstandskraft

Der Begriff Resilienz hat seinen Ursprung im lateinischen Verb „resilire“, was soviel wie „zurückspringen“ oder „abprallen“ bedeutet und beschreibt die „Toleranz eines Systems gegenüber Störungen“. Auf den Menschen übertragen bedeutet Resilienz psychische Widerstandskraft und die Fähigkeit, sich anzupassen. Es geht darum, uns durch eigenes Engagement auch in Zeiten von Krisen, positiv zu verändern und Fortschritte zu machen. Krisen zu überstehen erhöht widerum die Resilienz und führt dazu, die nächste Krise noch besser zu bewältigen, egal in welchem Lebensbereich – also ein positiver Kreislauf, der einen befähigt, auch gegenüber zukünftigen Anforderungen entsprechend widerstandsfähig zu sein.

Die Resilienz wächst also mit der Bewältigung von Herausforderungen und Krisen – wir werden zu „Stehauf-Menschen“ ☺, die sich im Zusammenhang mit Krisen oder Misserfolg nicht so leicht beirren lassen.

Psychologen sind der Auffassung, dass resiliente Menschen eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung haben. D.h. sie glauben an die Wirksamkeit ihrer Handlungen und übernehmen die Verantwortung. Ihr Selbstwert ist nicht unbedingt an Erfolge gekoppelt, so dass Krisen den Selbstwert nicht in Frage stellen. Sie setzen sich realistische Ziele, sehen Schwierigkeiten eher als Herausforderungen und bleiben auch in harten Zeiten optimistisch. So bekommt die Krise erst gar kein (Schwer-)Gewicht, sondern bleibt ein zeitlich begrenztes Ereignis, aus dem man wieder herauskommen kann – ggf. auch mit der Hilfe und Unterstützung anderer. Resiliente Menschen fragen früher nach Hilfe als andere, denn Resilienz bedeutet keinesfalls, unverletzlich oder niemals verzweifelt zu sein.

„Das Leben ist eine Gratwanderung zwischen allen Formen der Verletzlichkeit“, sagt der französische Neuropsychiater Boris Cyrulnik, der seit vielen Jahren Resilienz erforscht und mehrere Bücher dazu verfasst hat. Sein Kollege, der an der Universität Jena lehrende Soziologe Bruno Hildenbrand befand sogar, dass die Krise im menschlichen Leben „nicht die Ausnahme, sondern eher der Normalfall“ ist.

Ein wichtiger Aspekt ist, dass resiliente Menschen aktiv bleiben. Sie suchen nach Auswegen und bekommen so die Kontrolle über ihr Leben zurück. Sie analysieren die Ursachen der Krise und versuchen sie aus einem anderen Winkel zu sehen.

Insbesondere in Zeiten, wo die Arbeitsdichte, der Anspruch an Professionalität und Perfektion im Berufsalltg, die Schnelligkeit der Informationen, die vielfältigen Anforderungen, die sowohl im Beruf als auch privat an uns gestellt werden, dazu führen, dass wir uns ständig unter Druck fühlen, ist es umso wichtiger, die eigene innere Wider-standsfähigkeit zu festigen oder zu entwickeln. Und das nicht, um noch besser, schneller, höher und weiter zu kommen, sondern vor allem um chronischem Stress, Depressionen und Burn-out vorzubeugen und seine Lebensqualität zu erhöhen.

Resilienz ist nichts Naturgegebenes und jeder Mensch hat aufgrund seiner individuellen Geschichte und Entwicklung diese innere Widerstandsfähigkeit entsprechend unterschiedlich ausgeprägt. Auch ist es individuell natürlich sehr unterschiedlich, was wir als belastend empfinden und was nicht. Aber jeder kann resilienter werden und das Ziel dabei ist, auch unter schwierigen Rahmenbedingen auf sich selbst zu achten und somit auf lange Sicht psychisch gesund zu bleiben. Hier kann man auch nicht zwischen Beruf und Privatleben trennen – es geht im Gegenteil um eine optimale Work-Life-Balance.

Die 7 Säulen der Resilienz zeigen auf, was resiliente Menschen auszeichnet und genau diese dienen gleichzeitig als Modell für unsere Handlungsoptionen, um unsere Resilienz zu erhöhen.

(Quelle: http://karrierebibel.de/resilienz-resilient/)

1. Selbstbewusstsein

Glauben Sie an die eigenen Kompetenzen. Statt in die Opferrolle zu schlüpfen und zu jammern, werden Sie lieber aktiv. Entwickeln Sie Ihr Selbstvertrauen, dann können Sie Lösungen entwickeln, wodurch Sie oft noch das Vertrauen anderer gewinnen.

2. Kontaktfreude

Kommunizieren Sie gern und viel – auch wenn es evtl. zunächst schwer fällt. Versuchen Sie gar nicht erst, Schwierigkeiten im Alleingang zu lösen, sondern tun sie es gemeinsam mit anderen Menschen. Dazu suchen Sie sich aktiv Partner, die einfühlend und unterstützend sind, Ihnen Mut machen und an Ihre Stärken erinnern. Üben Sie sich darin, das Verhalten anderer richtig zu deuten, denn dann sind Sie in der Lage, gute und lang anhaltende Beziehungen aufzubauen.

3. Gefühlsstabilität

Analysieren Sie Ihre Emotionen und Ihre Aufmerksamkeitsfokus. So können Sie trainieren, Ihre eigene Gefühlswelt so zu steuern, dass hohe Belastungen nicht als Stress, sondern als Herausforderung empfunden werden und Sie kurz darauf wieder voll agieren können.

4. Optimismus

Ohne die feste Überzeugung, dass sich die Dinge – früher oder später – zum Positiven wenden werden, ist Widerstandsfähigkeit nicht denkbar. Daher macht es Sinn, bei einer Niederlage nichts zu verallgemeinern nach Motto: „Ich schaffe es nie“, sondern sagen Sie sich: „Diesmal hatte ich keinen Erfolg, nächstes Mal schon.“

5. Handlungskontrolle

Trainieren Sie, auf entsprechende Verhaltensanreize kontrolliert und überlegt zu reagieren. Dazu gehört auch, sofortige Belohnungen zugunsten eines höheren Ziels in der Zukunft aufzuschieben – im Fachjargon heißt das Gratifikationsverzicht. Diese Kontrolle ist zugleich eine wichtige Komponente der emotionalen Intelligenz.

6. Realismus

Denken Sie langfristig und entwickeln Sie für sich realistische Ziele. So können Sie von temporären Wendepunkten im Leben, wie zum Beispiel dem Tod der Eltern oder einem unfreiwilligen Berufswechsel, nicht so leicht aus dem Gleichgewicht geworfen werden. Weil Sie sich schon gedanklich auf Ihr Leben „danach“ vorbereiten, meistern sie diese Herausforderungen souveräner und schneller.

7. Analysestärke

Üben Sie, eingefahrene Denkpfade zu verlassen. Ihre Fähigkeit, die Ursachen eines negativen Erlebnisses genau zu identifizieren, zu analysieren und damit zukunftsorientiert umzugehen, ermöglicht Ihnen, alternative und oft auch bessere Lösungen zu erkennen.

 

Diese 7 Säulen finden sich auch in den 5 Fokusthemen des Mentalen Stärken Trainings wieder: Die konsequente Stärkenorientierung fördert das Selbstbewusstsein, die Kontaktfreude, eine stabile Gefühlslage, einen gesunden Optimismus; sie sorgt für Handlungskontrolle und eine realistische Selbsteinschätzung und verbessert die Fähigkeit, sich realistische Ziele zu setzen.

Durch die Mentale Stärken Technik werden ebenfalls 6 der 7 Säulen gestärkt und die Bedürfnisorientierung trägt dazu bei, dass wir nicht nur einen besseren Zugang zu unseren Gefühlen haben, sondern diese auch bewusst steuern können (= mehr Gefühlsstabilität), bei gleichzeitig erhöhter Handlungskontrolle und mehr Optimismus.

Nicht zuletzt hilft die emotionale Regulierung und der Weg zu mehr innerer Ruhe und Gelassenheit ebenfalls, die Resilienz zu stärken, gegen Stress resistenter zu werden und sich besser und schneller regenerieren zu können.

Sabine Schulte

Autorin: Sabine Schulte, Mentale Stärken Trainerin im Team Alexander-Training



 

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