Interview mit Detlef Hempel zur NLP-Trainer-Ausbildung

Heiko Alexander: Hallo Detlef, dich kennt so gut wie jeder als NLP-Experte im deutschsprachigen Raum. Was ist deine Motivation als NLP-Trainer?

Detlef Hempel: Im Grunde das Gleiche, was mich auch generell in NLP antreibt – Menschen zu helfen ein reicheres Leben zu führen. Sie zu befähigen, kreativer ihr Leben zu meistern und zu gestalten, selbstfürsorglicher zu werden, sich zu entwickeln und zu reifen. Für mich ist eine implizite ( - selbstredend idealistisch zu verstehende) Zielrichtung dabei der mündige Mensch, der sich seiner Selbst bewusst ist und selbstvertraut; der eine gute und konsequente Folge der Aufklärungs- und auch der humanistischen Bewegung ist. Natürlich erreichen wir das nicht als konkrete Fassung – sondern das ist als Leitbild zu verstehen, nach dem wir streben. 

Dies also zur Vision – der pragmatische Teil liegt da näher – Menschen haben einfach Fragen bzw. es ergeben sich Fragestellungen durch typische Lebenssituationen - oder wie es Virginia Satir genannt hat: „Wachstumsknoten“ oder / und „persönliche Defizite“, die sich bei einem jeden auf seinem Lebensweg melden. Die daraus resultierenden Schwierigkeiten, Blockaden, Konflikte und Probleme etc. wollen gelöst, gemeistert werden. Dabei hilft das im NLP vermittelte Wissen ungemein.

Mit der Trainerausbildung schaffen wir eine Möglichkeit die Arbeit daran zu vervielfältigen und damit immer mehr Menschen einen Zugang zu ihren Lösungen zu verschaffen. In diesem Sinn sind wir auch Kulturschaffende; gleichermaßen handwerklich wie auch künstlerisch unterwegs.

Heiko Alexander: Wie siehst du die Zukunft des NLP?

Detlef Hempel: Im Moment ist NLP im „vierten Frühling“ mit verschiedenen Strömungen – wobei mir eine tendenziell mehr gefällt (- liegt wohl am eigenen Lebensstand…). Menschen aus qualifiziertem Berufsfeld, die schon jetzt oder auch später Führungsverantwortung übernehmen, kommen zu NLP. Sie möchten etwas für ihre Kommunikation, ihre Selbststeuerung, den besseren Umgang mit anderen lernen. Sie möchten etwas über die eigenen und die der anderen – oft unbewussten – Mechanismen wissen und sich auch einfach nur intelligent weiterbilden. Je mehr Menschen, die Verantwortung tragen, solche Weiterbildungen besuchen – umso besser.

 Die zweite Strömung ist „jünger“ – ein Stück spät pubertär – gerade deshalb auch wertvoll, wenn sie gut gemacht ist, um fehlende Entwicklungsbausteine angemessen nachzuholen. Die Themen dieser Strömung drehen sich dabei oft ums Flirten und andere gravierende Hemmungen, die es zu überwinden gilt. Sie drehen sich auch darum, Selbstzustände zu optimieren, sich also einfach in der eigenen Haut gut zu fühlen. Gerade für diesen Bereich bietet NLP viele gute Hilfestellungen – „positives Zustandsmanagement“. Allerdings besteht hier die Gefahr der Überschätzung und der narzisstischen Verstärkung – also „mehr vom Gleichen (…Falschen)“ zu lehren – nur anders verpackt. Dann wird das Verwenden von NLP fragwürdig. Vor allem, weil die Wirkung dann nicht nachhaltig ist – viel Rauch um nichts.

Die Zukunft des NLP ist abhängig von einer guten Qualität (-ssicherung). Seriöse Ausbildungsinstitute sorgen dafür, ein realistisches NLP mit hohem Nutzwert für die Teilnehmer anzubieten. 

Generell ist der Hauptnutzen jedoch, dass es eine in diese Richtung gehende Weiterbildung für gesunde erwachsene Menschen gibt. Was bedeutet dies? Normalerweise ist der Zugang zu dieser Art von Wissen, z. B. psychologische oder mentale Techniken und Methoden, nur den Fachkräften – z. B. Ärzte und Psychologen - vorbehalten, die sich mit erkrankten Menschen beschäftigen. Die Fragestellungen, die gesunde Menschen zu ihrer mentalen Steuerung, zu Verhaltensveränderungen oder persönlichen Veränderungen, ihrer Kommunikation und Wahrnehmung haben, bleiben offen. Dieses Gebiet ist immer noch Grauzone des allgemeinen Wissens. Der davon „ungebildete Bürger“ weiß meist nicht zu unterscheiden, was davon seriös und hilfreich ist und was Scharlatanerie. Gut ausgebildete NLP‘ler können da viel Gutes für mehr Transparenz und Verständnis dieser Dinge tun. Selbstverständlich auch oben genannte, interessierte Fachleute können aus den Werkzeugen des NLP nach wie vor jede Menge Nutzen für ihr Arbeitsfeld ziehen.

Die allgemeine Entwicklung macht es mindestens sinnvoll, wenn nicht sogar notwendig, sich solches Wissen anzueignen.

Wesentliche Schlagworte dieser Entwicklung sind der Bedarf an:

• Coaching und allgemeinen Aus- und Weiterbildungen

• persönlicher Entwicklung

• Anti-Burn-Out - Stressprävention

• Work-Life-Balancing

• moderner Freiheit - zukünftig immer mehr Selbstverantwortung und Selbstsorge für den Einzelnen

• Selbstgestaltung/-bestimmung des Lebens

• Psychohygiene usw.

In Summe haben wir mit NLP eine Ausbildungsmöglichkeit, welche den oben angerissenen Themen hervorragend gerecht wird.

Deshalb wird es mit NLP noch eine „ganze Weile“ bestens weiter gehen…

Heiko Alexander: Kommen wir zur Trainer-Ausbildung zu sprechen: Welche Aspekte sind dir für eine hervorragende NLP-Trainer-Ausbildung besonders wichtig?

Detlef Hempel: Die NLP-Trainerausbildung ist per se – eine absolute Spitze im Trainerberuf – Warum?

Als NLP-Trainer gilt es vier Aspekte hervorragend (im Laufe der Zeit – und immer besser) zu beherrschen:

• Die Didaktik eines Weiterbildungsbausteins respektive einer ganzen Weiterbildung entwerfen zu können, Choreografie und Dramaturgie darin zu beherzigen und dies auf höchstem Niveau zu performen! (Nicht zu vergessen, die Medien zu beherrschen…)

• Dazu natürlich den NLP-Inhalt top zu kennen und wünschenswert: Die Inhalte auf einem so hohen Abstraktionsniveau verstanden zu haben, dass eigene Entwicklungen der Formate stattfinden können. Dazu noch die Fähigkeit verwandte Wissensgebiete einflechten zu können und mit lebendigen erlebten und erlebbaren Beispielen zu untermauern!

• Außerdem die eigene Führungskraft zu legitimieren und weiter zu entwickeln. Die Gruppe zu führen und Gruppendynamik steuern zu können, sind wesentliche Bausteine im Repertoire!

• Und ganz besonders: NLP-Trainer sind auch noch hervorragende Coaches! Dazu gehört eine große Portion kritische Selbstreflektion und fundierte Arbeit an sich selbst.

Dies alles unterscheidet die NLP-Trainer Ausbildung von anderen Trainerfortbildungen gewaltig – Man wird zum „Multitalent“ motiviert.

Damit ist klar, dass all diese Dinge gelernt und geübt werden müssen – jahrelang bis zur professionellen Meisterschaft. In der Ausbildung ist darum wichtig, die passenden Samenkörner zu legen und die richtigen Grundlagen und Bausteine für eine effektive Entwicklung der Teilnehmer zu vermitteln. Dies stellen wir durch unsere Ausbildung sicher.

Wer aber dennoch nicht alles einsetzen möchte, weil er später z. B. NLP gar nicht ausbilden will, ist dennoch reich beschenkt - mit all den Optionen, die in dem Stoff und den Erfahrungen der Trainerausbildung stecken. Davon kann er oder sie jede Menge adaptieren - in jegliche annähernde Situation. Sei es ein allgemeines Training zu jeglichen (Fach-) Themen, oder für die Weiter- und Ausbildung von Mitarbeitern, Auszubildenden und Schülern – als Führungskraft, die z. B. auch Workshops mit Mitarbeitern oder Mandanten, Klienten, Vorständen etc. durchführt u. v. m.

Heiko Alexander: Die diesjährige Trainerausbildung ist ja bereits die zweite NLP-Trainer-Ausbildung die wir hier bei Alexander-Training in München mit euch durchführen. Meiner Meinung nach sind Klaus und du das beste Trainerteam Deutschlands. Und diese NLP-Trainerausbildung halte ich auch für die Beste. Wie war dein Eindruck von den Teilnehmern der letzten Trainerausbildung bei Alexander-Training?

Detlef Hempel: Die war hervorragend. Wir hatten eine super Performance. Es wurde gut mitgemacht und es wurde auch viel gelacht. Wir hatten viel Freude miteinander. Zwischendurch gab es auch schon mal den Tatbestand, dass eine/r merkte, das ist für sie/ihn (noch) zu professionell. Das kann man nicht einfach „konsumieren“ – da gilt es, selbst etwas zu tun! Das war auch gut so. Auch für die Gruppendynamik. Denn dadurch wurden die aufgewertet (zu Recht), die mit Feuereifer dabei waren. Mein Eindruck war, dass die Teilnehmenden sehr dankbar und erfreut waren über die Ausbildung und wie sie davon profitiert haben – fachlich für ihr Wissen und auch sehr persönlich in ihrer eigenen menschlichen Entwicklung. Deshalb bin ich wieder gespannt auf die, die da kommen werden und freue mich sehr auf die neue Ausbildung.

Heiko Alexander: Wie viele Trainer hast du eigentlich schon ausgebildet? 

Detlef Hempel: Oh – die habe ich nicht mitgezählt. Da ich oft auch Gasttrainer bei Kollegen war, werden es wohl schätzungsweise schon einige Hundert in den letzten 22 Jahren gewesen sein.

Heiko Alexander: Welche beruflichen Möglichkeiten eröffnen sich durch die NLP-Trainerausbildung für die Teilnehmer?

Detlef Hempel: Nun – wie bei den Aspekten der Trainerausbildung schon anklang – kann man mit eigenen NLP-Ausbildungen starten. Da gibt es einiges zu beachten – das wird im Kurs und beim Abschluss ausführlich erläutert. 

Als weiteres ist die Zertifizierung häufig am Arbeitsplatz positiv zu nutzen – einer der letzten Teilnehmer erreichte dadurch eine tolle Beförderung zur nächsten Stufe, ein anderer schloss sich dem internen Trainerpool an und gestaltet die Weiterbildung und Personalentwicklung im Konzern mit. Oder überhaupt werden Auftritte und Workshops in der Firma jetzt zum Kinderspiel, weil Sicherheit und Wissen auf- und vielleicht alte Ängste abgebaut worden sind. Wiederum andere machen sich selbstständig, weil sie sich jetzt gut gerüstet fühlen, ihre Themen sicher zu gestalten und zu performen und damit guten Gewissens am Markt zu platzieren. Und, und, und - viele weitere positive Beispiele können genannt werden.

Ergo sind viele nützliche Effekte mit der NLP-Trainer-Ausbildung verknüpft.

Heiko Alexander: Welche Vorbereitung empfiehlst du den Teilnehmern? 

Detlef Hempel: Sich zu freuen und neugierig zu sein – also im passenden State starten!

Die Inhalte des Practitioner- und des Masterkurses zu repetieren – in den eignen Unterlagen, Notizen und in der Literatur zu stöbern. Auch eine Peergroup ist eine hilfreiche Maßnahme sich auf neues Lernen vorzubereiten. 

Heiko Alexander: In wie fern ist Spaß für dich ein wichtiger Trainings- und Lernfaktor?

Detlef Hempel: Bei mir geht Fortbildung nur mit herzerfrischendem Lachen – ohne kann nicht sein. Humor ist ein ja Folge von Intelligenz. Beim vorher Gesagten bekommen manche vielleicht schon ein bisschen Bammel, ob der ambitionierten Anforderungen. Daher – mit viel Spaß und Freude wird alles bestens! 

Heiko Alexander: Ich danke dir für das Interview.


 

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