So habe ich NLP als Ausbilderin im Beruf eingesetzt

Das folgende Erlebnis hatte ich nach dem 2. Wochenende unserer Practitioner-Ausbildung.

Einer unserer Azubis ist sehr lange krank gewesen. Dadurch hat er die Zwischenprüfung verpasst und wird nun das zweite Ausbildungsjahr wiederholen. Es geht ihm grundsätzlich psychisch nicht immer gut. Und dass er ein Ausbildungsjahr wiederholen muss, macht ihm sehr zu schaffen.

Eines Tages ist er im Büro bei mir aufgetaucht, um zu reden. Auf den ersten Blick konnte ich wahrnehmen, dass er völlig durch den Wind war. Er war sehr blass und sein Blick war leer.

Ich bat ihn sich zu setzen und versuchte Rapport aufzubauen, indem ich meine Körperhaltung seiner mit eingesunkenen Schultern und krummen Rücken angeglichen habe. Ich habe dann erst einmal abgewartet. Nach einiger Zeit habe ich mich ein wenig aufgerichtet und ihn aufmunternd angelächelt. Daraufhin begann er zu erzählen, dass er sich so schlecht fühle, weil er der Fima so viel Ärger und Umstände bereite, dass er ja nichts könne und es ganz schlimm sei, dass er in der Ausbildung nicht mitkomme, weil er ja so lange krank gewesen sei.

Ich habe ihm versichern können, dass es für alle Beteiligten in der Firma, seine Ausbilderin, die Personalabteilung, den Abteilungsleiter und alle Kollegen völlig in Ordnung sei, wenn ein Azubis ein Ausbildungsjahr wiederholt. Dass es passiert, dass ein Mensch krank wird, sich von der Krankheit erholen muss und in dieser Zeit sich darauf konzentriert und andere Lebensbereiche in dieser Zeit ruhen. Dass es im Leben so etwas einfach gibt und das in Ordnung ist, dass es so ist. 

Ich bat ihn den Satz „Es ist ok, wenn ich das zweite Ausbildungsjahr wiederhole“ laut aussprechen. Das wiederholten wir mehrmals und ich fragte ihn dabei, ob er den Satz in seinem Kopf hören, in seinem Körper spüren und vor seinem inneren Auge sehen könne. Er bejahrte das jedes Mal.

Nachdem wir das ein paar Mal gemacht hatten, nahm er eine aufrechtere Körperhaltung ein, sein Gesicht bekam eine rosigere Farbe und sein Blick wurde lebendiger. 

Auf diese Weise konnten wir den ihn einschränkenden Gedanken insoweit auflösen, dass es für sein Umfeld alles in Ordnung ist und es keine Probleme gibt. 

Auch ohne einen Kurs in NLP zu besuchen, hätte ich mich in den jungen Kollegen einfühlen können. Durch die Beschäftigung mit einschränkenden Glaubensätzen ist es mir aber viel leichter gefallen, zu verstehen, was in ihm vorging. Durch das bewusste Rapport-Aufbauen konnte ich, trotzdem wir uns in einem Großraumbüro befanden, eine Situation herstellen, die andere Kollegen abgehalten hat, uns zu unterbrechen. Hätte ich in der Ausbildung nichts über die Repräsentationssysteme gelernt, hätte ich sicher keinen Wert darauf gelegt, dass unser Azubi seinen neuen Glaubenssatz sowohl visuell, als auch auditiv und kinästhetisch wahrnimmt. Deutsch ist nicht seine erste Sprache, so habe ich, um sicher zu stellen, dass die Botschaft auch wirklich bei ihm ankommt, versucht drei Systeme anzusprechen. 

Nach diesem Gespräch habe ich mich selbst körperlich und mental erst einmal ganz leer gefühlt, aber auch gut. Und für mich ist diese Situation beispielhaft für die NLP-Vorannahme: „Die Landkarte ist nicht das Gebiet. Jeder Mensch reagiert auf seine eigene Karte der Realität.“

Carolin Singer-Muhr, NLP-Practitioner

 

Eine nun schon öfters von mir erlebte Situation: Ich erzähle, dass ich gerade einen NLP Kurs besuche. Daraufhin mein Gegenüber: „ Ah, NLP kenne ich, ist ja ganz bekannt.“ Vielleicht ergänzt mein Gesprächspartner diese Aussage noch mit einem Vorurteil, NLP sei manipulativ.
Wie reagiere ich also darauf? 


 

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